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Mailcow installieren – der „dockerisierte“ Mailserver

Ein Mailserver einzurichten war immer eine Qual. Gerne hat man das nicht gemacht. Es sei denn, man ist Masochist. Aber nicht mal dann. Nur, wenn es gar nicht anders geht. Aber nun:

Ciao ciao, Frankensteins Mailserver…

Und ich schrieb damals noch, dass man einen Mailserver nicht einfach wie ein Paket installieren kann. Ging ja auch eigentlich nicht. Bis jetzt: Willkommen „mailcow“!

Mailcow erbringt tatsächlich den Beweis, dass man einen Mailserver richtig „einfach“ einrichten kann. Einen sicheren Mailserver. Einen komfortablen Mailserver. Mit nur einer Handvoll Kommandozeilen. Ich bin jedenfalls extrem begeistert. Und ich hoffe, ihr auch :)

Die Betreiber und Programmierer von Mailcow empfehlen, den Server auf einer dedizierten Maschine laufen zu lassen. Ich hab mich ein wenig damit gespielt und finde, dass es wirklich angebracht ist, ihn alleine laufen zu lassen, damit er unseren anderen Diensten nicht in die Quere kommt. Und umgekehrt :)

Empfohlen werden mindestens 4 GB RAM und einiges an freiem Plattenplatz. Ich empfehle hier von Netcup den RS 500 SAS G8 Server. Der hat 2 Cores, 4 GB RAM und 240 GB SAS-Speicher. Mieten wir ihn gleich für 12 Monate, kostet er uns gerade mal 5,99 Euro im Monat. Diese Maschine reicht für einen ganzen Haufen Postfächer und sollte unsere Bedürfnisse voll abdecken.

Für Mailcow brauchen wir nur ein laufendes Linux mit Docker. Also genau das, was wir in Debian 10 – Installation Teil 1 und
Debian 10 – Installation Teil 2 bereits erledigt haben… Lucky us ;)
Ansonsten arbeiten wir die beiden Tutorials jetzt durch und legen dann mit der Mailcow los!

Gut, ein paar Besonderheiten gibt es tatsächlich zu beachten, wenn wir einen richtigen Mailserver statt der anderen Web-Dienste installieren möchten:

  • Der PTR ist extrem wichtig! Dieser muss auf den „Mailname“ auflösen. Also wie in unserem Beispiel hier „mail.xp-server.de“.
  • „Hostname“ darf NICHT „Mailname“ sein. Heißt der Mailserver „mail.xp-server.de“, dann darf der Hostname nicht genau so lauten.
  • Das DNS-Setup ist generell ein wenig umfangreicher. Aber keine Sorge, mit der Netcup DNS-Verwaltung ist das einfach und schnell erledigt.

Dann starten wir mal mit den Vorbereitungen. Die Jungs von Mailcow haben eine wirklich brauchbare Hilfeseite dafür erstellt. Da können sich die Leute von Docker gleich ein paar Scheiben von abschneiden!
Arbeiten wir die Liste einfach der Reihe nach ab…

Vorbereitung

Ports frei?

Nach der Basisinstallation sollten wir mit einem blanken System starten, auf dem noch keine relevanten Services laufen. Das überprüfen wir trotzdem schnell, weil nichts lästiger ist, als ein Port, der schon von einer anderen Anwendung belegt ist…

netstat -tulpn | grep -E -w '25|80|110|143|443|465|587|993|995'

Hier darf keine Anzeige erfolgen. Sollte uns etwas angezeigt werden, ist ein wichtiger Port von einer anderen Anwendung okkupiert und unser Setup wird scheitern. In dem Fall müssen wir den betreffenden Dienst erst los werden, bevor wir mit der Mailcow weiter machen…

PTR / rDNS Eintrag

Nun richten wir, falls nicht schon geschehen, den PTR (rDNS) ein. Dazu gehen wir bei Netcup entweder ins SCP unter „Netzwerk“ oder loggen im CCP ein und gehen auf „Produkte“ – [der betreffende Server] – rDNS. In beiden Fällen geben wir hier den Namen des Mailservers ein, in diesem Fall „mail.xp-server.de“. Nach dem Speichern dauert es eine Weile, bis sich die Änderung durch das DNS-System fortpflanzt.

DNS Einträge für die Mailserver-Domain

Die DNS-Einträge nehmen wir direkt an unseren Domains vor, nicht am Server. Bei Netcup geht das im CCP unter „Domains“, dann die „Lupe“ klicken und auf den Reiter „DNS“ schalten. Jetzt legen wir die DNS-Einstellung nur für die Domain des Mailservers fest (xp-server.de). Alle Domains, für die wir Postfächer und Aliase einrichten möchten, legen wir erst an, wenn Mailcow läuft und passende DKIM-Schlüssel erzeugt hat.

Mailcow DNS-Setup: Unsere Mailserver-Domain

Wir tragen folgende Werte ein:

  • [„Host“ / „Type“ / „Destination“]
  • mail / A / 94.16.119.127 [Hier natürlich die IP von Deinem Server!]
  • autodiscover / CNAME / mail
  • autoconfig / CNAME / mail
  • @ / MX 10 / mail
  • @ / TXT / v=spf1 mx ~all
  • _dmarc / TXT / v=DMARC1;p=none;sp=none

Mit diesen Einträgen läuft unser Mailserver. Den DKIM-Schlüssel tragen wir nach, sobald er von Mailcow erzeugt wurde.

Der SPF- und DMARC Eintrag sind beide so konfiguriert, dass sie nichts blocken. Wenn Du schärfere Regeln anwenden willst, bekommst Du hier weitere Informationen dazu:
SPF Syntax
DMARC Generator

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